Spannende Management-Themen für Unternehmer:innen und Manager:innen

Leadershit. Menschen führen, die Sie (noch) nicht mögen – Buchtipp in 120 Sekunden

Veröffentlicht von:
Wolfgang Eck

Was Sie erwartet

  • In dieser Serie stellen wir regelmäßig Bücher vor, die für Führungskräfte und Unternehmerinnen und Unternehmer relevante Themen behandeln. 
  • Zum längeren Interview mit dem Autor Matthias Nöllke  geht es HIER.
Im Interview: Matthias Nölke

Unser Buchtipp in 120 Sekunden

Leadershit happens – Menschen führen, die Sie (noch) nicht mögen

Die Zeiten, in denen Lean Management im Vordergrund stand – mit seinem Fokus auf empathische Zusammenarbeit, gleichberechtigte Teamstrukturen und transparente Kommunikation – scheinen inzwischen von neuen Leadership-Konzepten abgelöst worden zu sein. Diese orientieren sich an Visionären wie Steve Jobs oder Elon Musk und setzen auf inspirierende Führungspersönlichkeiten, die ihre Mitarbeitenden durch Innovationen mitreißen und begeistern.
Nach Ansicht des Autors greifen jedoch beide Ansätze zu kurz. Sie basieren auf der Annahme, dass Mitarbeitende grundsätzlich gerne zusammenarbeiten, ihre Führungskräfte schätzen und gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. Dabei wird unterstellt, dass persönliche Emotionen, Vorlieben und Abneigungen im Arbeitsalltag weitgehend ausgeblendet werden können.
Genau hier setzt Nöllke in seinem Buch an: Er stellt die Realität in den Vordergrund, in der es keine idealtypischen Teamplayer gibt. Stattdessen begegnet man im Arbeitsumfeld einer Vielzahl schwieriger Persönlichkeiten – von Querulanten über Drama-Queens bis hin zu Egoisten, Mimosen, Nörglern und Intriganten. Spätestens bei der Kapitelüberschrift „Die Liste der Unsympathen“ könnte man den Autor für einen Misanthropen halten, der lieber zurückgezogen arbeitet als sich mit Personalführung beschäftigt.
Doch gerade aus dieser Perspektive entwickelt er spannende Gedanken: Besonders viel lernen kann man von den Menschen, die man als besonders schwierig empfindet.
Der Schlüssel liegt dabei in zwei zentralen Auseinandersetzungen: erstens mit den eigenen Abneigungen – also der Frage, was genau einen an anderen stört und warum – und zweitens mit dem eigenen Bedürfnis, gemocht zu werden. Daraus entwickelt sich die Strategie des „kühlen Kopfes“, die laut Nöllke die Grundlage für eine professionelle und zugleich zufriedenstellende Personalführung bildet.

Zum Autor
Dr. Matthias Nöllke ist ein Autor mit einer ungewöhnlichen Spannbreite. So schreibt er Bücher über Management und Kommunikation: Über Schlagfertigkeit, Vertrauen, Machtspiele, Psychologie für Führungskräfte und Managementbionik (»Was Unternehmen und Führungskräfte von der Natur lernen können«). Zweiter Schwerpunkt: Bücher für Vermieter und Mieter. Dritter Schwerpunkt: Was sonst noch übrig bleibt. Zum Beispiel, wie man gut durchs Leben kommt, ohne sich angestrengt auf Glück und Erfolg programmieren zu müssen (»Der gut gelaunte Pessimist«). Über einige seiner Themen hält er Vorträge. Und er macht Hörfunksendungen für den Bayerischen Rundfunk: »Menschenaffen. Wie die Tiere sprechen lernten«, »Einstürzende Sandhaufen. Die einfachen Gesetze der Katastrophen«, »Träume von der Unsterblichkeit«, »Über Intelligenz. Warum wir alle so klug sein wollen« und viele mehr. Seine Promotion finanzierte er sich damit, dass er die deutschen Dialogbücher für die »Simpsons« schrieb (die ersten drei Staffeln). (Quelle: Verlag Vahlen)

Zum Buch LEADERSHIT HAPPENS… Menschen führen, die Sie (noch) nicht mögen

Führungskräfte sind nicht nur von Freunden umgeben, sondern auch von Menschen, die ihnen nicht besonders sympathisch sind. Selbstverliebte Besserwisser, Nörgler, Fallensteller, Mimosen, Opportunisten, Querköpfe, Blender und andere »Reizfiguren«, die ihnen mit ihrer Art auf die Nerven gehen. Mit denen müssen Sie auskommen. Mehr noch: Sie müssen sie führen und dafür sorgen, dass sie möglichst gute Leistungen erbringen.

Leadership hilft hier nicht weiter. Wer Sie nicht leiden kann, der reagiert eher verhalten auf Versuche, ihn zu inspirieren oder mitzureißen. Empathie ist auch keine Lösung. Und schon gar nicht können Sie punkten, wenn Sie »authentisch« sind. Menschen zu führen, die man nicht mag, erfordert die gegenteilige Einstellung. Statt Empathie professionelle Distanz und das Prinzip des kühlen Kopfs. Statt Authentizität gilt es, die eigene Führungsrolle zu entwickeln. Sich nicht von Sympathien und Abneigungen leiten zu lassen, sondern taktische Manöver und Fallen zu durchschauen. Besonnen zu reagieren und dadurch Respekt zu erwerben. Und am Ende zeigt sich: Es sind die unangenehmen Menschen, an denen wir wachsen

  • Autor: Matthias Nöllke
  • Herausgeber: Verlag Franz Vahlen München, 2024
  • Seiten: 164
  • Erscheinungsdatum: 2024-06-11
  • ISBN:
    • eBook: 9783800673551
    • ePUB:  9783800673568

. (Quelle: Verlag Vahlen, 2024)

Die Top-5-Gründe für das Buch

  • Es zeigt sich, dass es oftmals gerade die etwas schwierigen Menschen sind, an denen wir wachsen.
  • Und die manchmal besonders wertvolle Beiträge leisten – wenn man sie mit Fingerspitzengefühl
  • Zugleich aber kommt es darauf an, deutlich Grenzen zu ziehen und
  • Spielregeln durchzusetzen, an die sich jeder halten muss.
  • Eine Führungsrolle, die sich auszeichnet durch ihre Nüchternheit, Bodenständigkeit und professionelle Distanz.

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